Mann wandert der Sonne entgegen

Der Kampf in deinem Kopf

Jürgen Ferrary
10. November 2025

Kennst du das? Du hast dir etwas fest vorgenommen – weniger Süßes essen, mehr Sport treiben, endlich Ordnung halten, konzentrierter lernen oder weniger Zeit vertrödeln. Und kaum hast du begonnen, merkst du: Ich halte das nicht durch.

Das ist kein rein weltliches Problem. Man könnte die Liste genauso mit geistlichen Dingen füllen: mehr Bibel lesen, regelmäßiger beten, öfter in den Gottesdienst gehen, Gott im Alltag mehr Raum geben. Auch da merken wir schnell: Wir kommen an unsere Grenzen.

Der Grund ist oft simpel – aber tief: Wir haben nie gelernt, den Kampf unseres Denkens zu führen.

Es ist ein bisschen wie in einer Wohnung: Wenn du sie schön haben willst, musst du zuerst aufräumen und den Müll rausbringen.
Wenn du lernen willst, deinen Geist zu lenken, musst du schlechte Gedanken loswerden. Und davon gibt es einige.

Der erste Feind: unsere alte Natur

Martin Luther sagte einmal: „Der alte Adam in uns soll ersäuft werden. Nimm dich aber in Acht – das Aas kann schwimmen!“ Kennst du das? Du tust plötzlich Dinge, die du gar nicht tun willst. 

Genau das meint Paulus, wenn er schreibt: „Doch in mir wirkt ein anderes Gesetz, das gegen meine Vernunft kämpft. Dieses Gesetz gewinnt die Oberhand und macht mich zum Sklaven der Sünde, die in mir ist“ (Römer 7,23).

Das ist der Kampf in uns – zwischen dem, was wir wissen, und dem, was wir tatsächlich tun.

Der zweite Feind: das Böse in der Welt

Die Bibel nennt ihn Satan. Er flüstert dir Gedanken ein wie: „Ist doch nicht so schlimm … nur dieses eine Mal … das merkt doch keiner.“ Diese Gedanken wirken harmlos – aber sie haben Kraft. Oft merken wir gar nicht, wie negativ oder zerstörerisch sie sind, weil sie sich als „vernünftig“ tarnen. Und dann gehen wir den nächsten Kompromiss ein, tun das nächste, von dem wir wissen, das es falsch ist.

Manchmal kommen sie durch andere Menschen, manchmal durch Medien, manchmal klingen sie einfach nach „meiner Idee“.

Der dritte Feind: das Wertesystem dieser Welt

Als Kind habe ich noch gelernt: Ehrlichkeit, Höflichkeit, Verantwortung – das sind Werte. Heute heißt es:
„Tu, was du willst! Du hast nur dieses eine Leben. Hauptsache, du bist glücklich.“

Doch die Bibel sagt: „Die Welt kennt nur das Verlangen nach körperlicher Befriedigung, die Gier nach allem, was unsere Augen sehen, und den Stolz auf unseren Besitz. Dies alles kommt nicht vom Vater, sondern von der Welt“ (1. Johannes 2,16).

Kein Wunder also, dass wir oft mit Entmutigung, Versagen und Selbstzweifeln kämpfen!

Aber die gute Nachricht ist: Wir sind diesem Kampf nicht ausgeliefert. Paulus schreibt: „Wir kämpfen nicht mit menschlichen Mitteln. Wir setzen die mächtigen Waffen Gottes ein, um Gedankengebäude zu zerstören. Wir bezwingen widerspenstige Gedanken und lehren sie, Christus zu gehorchen“ (2. Korinther 10,3–5).

Mit anderen Worten: Du hast die Wahl. Du kannst entscheiden, was du in deinen Kopf hineinlässt.
Gott hat dir nicht nur Verstand gegeben, sondern auch einen Willen.

Der beste Zeitpunkt, den Kampf gegen Versuchung zu gewinnen, ist bevor er beginnt. So wie David sagte: „Ich bin entschlossen, mich an deine Ordnungen zu halten – bis ans Ende meines Lebens“ (Psalm 119,112).

Herausforderung für heute: Achte heute bewusst auf deine Gedanken. Immer wenn du dich über etwas aufregst, entmutigt fühlst oder dich selbst kritisierst, halte kurz inne und frag dich: „Würde Jesus diesen Gedanken so stehen lassen?“ 

Wenn nicht – dann ersetze ihn durch Wahrheit. Zum Beispiel: „Ich bin geliebt. Ich bin stark. Ich bin nicht allein.“

Sei gesegnet!

„Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen, zu surfen“ (Jon Kabat-Zinn).

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